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Mount Hush & Deaf Proof - Interstellar Smoke (Split-Album), Vinyl-Release Herbst 2017

MHuDPcover_hi-res.jpg Split MOUNT HUSH & DEAF PROOF - Interstellar Smoke
Vinyl-Release: Herbst 2017

Über den immens großen Wert von Split Veröffentlichungen braucht man sich sicherlich nicht mehr streiten. Zu wichtig ist dieses Format, um sich und eine andere Band zu präsentieren, Freundschaften zu schließen und seine Region würdig zu vertreten.

Sehr gutklassig gelungen ist dies MOUNT HUSH und DEATH PROOF mit ihrer hervorragenden Split „Interstellar Smoke“, welche als immer mehr an Bedeutung gewinnendes Crowdfunding Projekt von den Fans über startnext.com mitfinanziert sowie unterstützt und von den Underground-ÄxpÄrten zu Recht als Lohn der Mühe zu einem der Top Alben in der Juli Ausgabe des Eclipsed Magazins gekürt wurde.

Seite A: MOUNT HUSH - “Sleeping Jupiter - Haze - Aquatic Void"

Den Anfang der Split machen MOUNT HUSH aus den Alpen. Gleich zu Beginn scheinen sich Tropfen aus dem besungenen Nebel zu bilden, welche vorsichtig auf die Oberfläche des Jupiter prasseln. Vereinnahmende Effekte der Gitarre, gepaart mit smoothen Basslines bilden das Fundament im Zwanzigminüter “Sleeping Jupiter - Haze - Aquatic Void", aus dem der cleane Gesang aus dem Hintergrund zum Hörer zu sprechen scheint. Dieser nimmt bei der Hand und shuttlet mit dem Astronauten in einen phantastischen Aufbau aus Synthesizer- und Saxeinlagen, bevor der hervorragende epische Orgelteppich den Zuhörer einhüllt und wohlwollend an sich schmiegt. Der in den kreierten Soundlandschaften versteckte Schellenkranz weist zur Hälfte des soundtechnisch super produzierten Songs den Weg in eine neue Melodie, welche mühelos die Brücke zum an Fahrt aufnehmenden Stück schlägt. Es folgt ein rhythmusgeladenes Geflecht, aus dem sich die nun druck- und kraftvollen Vocals, gefolgt von einer kurzen, schönen Soloeinlage der Gitarre, herausschieben. Hingebungsvoll singt und spielt sich MOUNT HUSH zum Finale noch einmal in einen Rausch, um sich in der letzten Minute musikalisch wie die Knospe einer interstellaren Blüte zu öffnen. Sehr gut gemacht!

Für Soundliebhaber von Zone Six, Samsara Blues Experiment, Coogans Bluff und Causa Sui eine feine Sache!

Seite B: DEAF PROOF - “Everything Dead”

Nun ist es aber echt an der Zeit, die Doppelläufige zu laden und inhalierend zu verinnerlichen, dass nach “Interstellar” nun der “Smoke” folgt. Etwas grooviger und fuzziger geht es da bei den 2006 gegründeten Freiburgern von DEAF PROOF zu, die es fachmännisch verstehen, in „Everything Dead“ proggige Psych- Riffs mit Stoner Doom zu vereinigen, welcher dem Fan dieses Genre auf angenehme Art und Weise in die Magengrube tritt. Cooler Cleangesang trifft auf verzerrte Vocals, die besonders im Refrain eine überragende Hookline vorweisen können und sich so schnell in den Gehörgängen des Stoner- Kosmonauten festsetzen. Für die Auf- und Ausbauten lassen sich die Schwarzwälder viel Zeit und untermalen diese mit einem hervorragenden Gesamtsound, der produktionstechnisch genau das bietet, was diese Art von Musik braucht: Authentizität! Neben den hypnotischen Gitarreneffekten von J. Fredo und dem von Pedro alles ausschöpfenden Drumming ist es vor allem der Basssound von JP, der dem Hörer von Anfang bis Ende die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Spannende Abwechslungen aus Strophe, Refrain und langen Jams ebnen dem Mammut auf dem über 24 Minuten komponierten Epos den Weg in ein dramatisches Finale, gepaart mit einem ruhig ausklingenden Saxophon- Ende, bei dem man bemerkt, dass DEAF PROOF in ihren elf gemeinsamen Jahren zu echten musikalischen Profis herangereift sind. Absolut saubere Sache!

Fazit: Liebevoll psychedelische und astronomisch einwandfreie Brontosaurus- Walze für Fans von Samsara Blues Experiment, Tool, Sleep, Electric Wizard und Pink Floyd.

Bereits über Bandcamp als Download erhältlich, müssen sich Vinyl Fans noch eine Weile gedulden. Aber wer sich die Vorschau zu den Platten auf den bandeigenen Facebookseiten oder startnext.com schon mal angesehen hat, der weiß warum! Erhältlich wird dieses Schätzchen auf Bestellung direkt bei den Bands und bei ausgewählten Anbietern sein, welche noch bekannt gegeben werden. Bleibt dran, es lohnt sich!
Daniel Wieland, 12.08.2017

Links:
https://www.startnext.com/de/interstellarsmoke      
https://deafproof.bandcamp.com       
https://mounthush.bandcamp.com