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COSMIC FALL / APHODYL - Starsplit, Vinyl Release: 31.07.2017

CoverAphodylCosmicFall.jpg COSMIC FALL / APHODYL - Starsplit
Vinyl-Release: 31.07.2017

Split- Veröffentlichungen sind eine gute Sache. Zum einen, weil man Freundschaften schließen kann, zum anderen teilt man sich die Kosten für die Tonträger. Wenn es dann noch zwei Bands aus der gleichen Stadt sind, ist es eine tolle Möglichkeit, seinen Kunst- und Kulturkreis würdig in der Szene zu präsentieren. Wenn es sich dann aber auch noch um zwei Hochkaräter der Space Jam- und Krautrock Nische handelt, dann kann nichts mehr schiefgehen. Here we go!

A – APHODYL
Puristisch, weil schwurbelig und krautig, startet die „Starsplit“ mit APHODYL. Lediglich ein paar Gitarreneffekte und handwerkliches Geschick reichen den Berliner Jam- Meistern aus, um hypnotische Soundlandschaften zu erzeugen, die dabei absolut entspannt frei von Hektik bleiben und zur psychedelischen Reise auf der Sternschnuppe in einen einzigartigen Klangkosmos einladen.
Das Besondere an den Stücken ist die Tatsache, dass hier einige der Musiker mal eben ihre Instrumente getauscht haben, damit ein befreundeter Gastschlagzeuger der Band Nebelreise die A- Seite der Split unterstützen kann. So wird in den folgenden Stücken zwar auf das APHODYL- typische Theremin verzichtet, was der Platte aber keinesfalls das qualitative Niveau raubt. Ein Lob an dieses keinesfalls selbstverständliche und mutige Wagnis.
Neben der Saitenfraktion ist es oft die Glocke des herrlichen Ride Becken, welche in „Jamsession Part I und II“ dem Krautrock Fan ein angenehmes Grinsen auf das Gesicht zaubert und den Hörer zustimmend mit dem Kopf nicken lässt. Ergänzt werden die ohnehin schon fabelhaften Klänge durch die mannigfaltigen Sounds eines M1 Synthesizers der Marke Korg, welche in den richtigen Momenten, psychedelisch eingesetzt, zur Geltung kommen und denen von den anderen Instrumenten genug Platz eingeräumt wird. Dies erzeugt im Gesamtbild eine besondere, tiefgehende Atmosphäre, die einen abheben lässt und in der es viele Töne in den einzelnen Jam- Details zu entdecken gibt und gilt.
Als Bonustrack für die CD- Version vervollständigt APHODYL ihr gespieltes Doppel in „Jamsession Part III“ zu einer schlüssigen Trilogie, welche für die Zukunft viele Krautrockabende bereichern wird und absolut Lust auf Mehr macht. APHODYL sind im Übrigen auf dem diesjährigen Burg Herzberg Festival zu bewundern, auf das sie perfekt passen und auf dem sie bestimmt viele neue Hörer dazugewinnen werden. Weil: zu Recht! Wir wünschen das Beste!
Wem APHODYL gefällt, dürfte auch Freude an Bands wie Jane, Liquid Visions, Popol Vuh, Zone Six, Electric Moon oder Grobschnitt haben.

B- COSMIC FALL
Es ist absolut bemerkenswert und stark, wie das Berliner Trio in der letzten Zeit und nun mit ihrer mittlerweile dritten Veröffentlichung das Subgenre Space Jam Rock bereichern und hoffentlich noch lange bereichern werden.
Ein floydiger Anfang erwartet den aufmerksamen Zuhörer in „Overhead Intelligence“.  Wahnsinnig tolle Delayarbeiten der Gitarre und ein toller blubbernder Effekt, wie ein flüssiges Element, erzeugt durch Saitengekitzel, ebnet dem Jam- Fluss seinen Weg in die reißenden Fluten eines Wasserplaneten, im Schein der Sterne. Mit geschlossenen Augen scheint der Hörer immer tiefer in der liquiden und phantastischen Klangwelt zu versinken, in der die musikalische Darbietung eine physikalische Gestalt annimmt und zum Greifen nahe liegt.
COSMIC FALL’s  „Blues at CME“ startet langsam und mit einer smoothen Bassline, nimmt jedoch im Laufe des Aufbaus immer mehr an Fahrt auf, bis es nach wenigen Minuten endlich soweit ist, die typischen Trademarks von COSMIC FALL zu wirken beginnen und ihren Jam- Zauber frei entfalten. Mit viel Wah Wah, sowie untermauernder Schlagzeugarbeit und großem Improvisationstalent, wird Richtung Schluss das Tempo gedrosselt, um jedoch kurz darauf einen Überraschungseffekt zu erzeugen, in dem man in dem Musikstück noch einmal aufs Gaspedal tritt.
Doch trotz allen Lobes - und das ist jetzt trotzdem absolut positiv gemeint - reicht nichts so nahe an den CD - Bonus Track „Sleeping Pandora“ heran, der von den Melodiebögen, dem Aufbau und den Arrangements absolut vor den anderen beiden gutklassigen Songs zu glänzen weiß und hoffentlich bei den nächsten Shows von COSMIC FALL seinen Weg für immer in die Setliste finden wird. Legt euch hin, lauschet, staunet und träumet. Über 15 Minuten Entspannung und Loslassen pur stehen hier auf der musikalischen Speisekarte. Bon appetit!
Für Freunde von Hendrix und der Blues betonten Pink Floyd Ära eine wahre Freude!

Die „Starsplit“ von APHODYL und COSMIC FALL erscheint auf CD inklusive den Bonustracks, als schick aufgemachter Digipack über den Shop des Bochumer Labels Clostridiumrecords. Für die Vinyl- Version, ohne die Bonustracks, zeigt sich das aufstrebende Karlsruher Plattenlabel PsyKa Records verantwortlich, bei der es das schwarze Gold in bester Soundqualität im Shop zu bestellen gibt.

Daniel Wieland, 05.07.2017

COSMIC FALL / APHODYL - Starsplit

Tracklist:
1. Aphodyl - Jamsession Part I  (11:08)
2. Aphodyl - Jamsession Part II  (12:04)
3. Aphodyl - Jamsession Part III  (14:05)
4. Cosmic Fall - Blues at CME  (12:02)
5. Cosmic Fall - Overhead Intelligence (11:11)
6. Cosmic Fall - Sleeping Pandora (15:30) *

* Bonus Tracks auf CD

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