Hippiesland

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Das Interview mit Patrick von HYPERTONUS führte Harald G. aus dem Hippiesland am 24.07.17


  

Harald G.: Hypertonus - hinter diesem Namen verbirgt sich eine vorzügliche Drei-Mann-Instrumental-Band, über die wir schon kurz etwas in unserer Rubrik „Bandvorstellungen“ berichten konnten. Heute freue ich mich, sie in unserer Interview-Ecke begrüßen zu dürfen, um im Interesse unserer Leserschaft etwas mehr über sie und über ihre musikalischen Aktivitäten zu erfahren. Vielleicht fangen wir einfach mal damit an, indem Ihr unseren Lesern eine kurze Vorstellungsrunde gebt - wie Ihr heißt, woher Ihr kommt und was Ihr sonst noch so außer Musik macht…

Patrick: Hypertonus besteht aus Hannes Christen (Drums), Arne Staats (Bass) und mir, Patrick Büch (E-Gitarre). Wir kommen aus dem schönen Bremen. Zwar alle zugezogen, aber diese Stadt ist unser Zuhause. Hannes ist Gesundheits- und Krankenpfleger, Arne studierter Philosoph und ich bin gelernter Landschaftsgärtner, derzeit studiere ich Landschaftsbau und arbeite nebenbei in der Nachwuchsförderung für das Berufsbild des Gärtners. Unsere Alltagseindrücke kommen also aus drei völlig unterschiedlichen Bereichen, die wir im Proberaum dann zusammentragen.

Harald G.: Wann habt Ihr Euch gegründet, wo habt Ihr Euch kennen gelernt bzw. wie habt Ihr zueinander gefunden?

Patrick: Mit uns als Band hat es 2011 angefangen. Wir haben vorher alle schon eigene Erfahrungen in anderen Bands in unseren jeweiligen Heimatstädten (Bremerhaven, Emden und Ludwigsburg) gemacht, aber hier in Bremen hat es dann so richtig gefunkt. Ich habe über eine Anzeige nach Leuten zum Musik machen gesucht, woraufhin Arne sich gemeldet hat. Wir haben uns in seinem Wohnzimmer getroffen und ein bisschen zusammen gespielt. Schnell war klar - das funktioniert, wir suchen uns einen Drummer. Eine weitere Anzeige später sind wir dann auf Hannes gestoßen. Mit kleinen Verstärkern und einer Djembe haben wir dann angefangen, zusammen zu musizieren. Nach ein paar Monaten kam dann der eigene Proberaum, die Verstärker wurden größer - das Drumset wächst bis heute. Für mich persönlich ist das eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben - wir haben uns nur durch den Willen, Musik zu machen, überhaupt erst getroffen. Heute sind die beiden meine besten Freunde, mit denen ich mich kreativ ausleben kann, und gemeinsam sammeln wir viele Geschichten, die wir irgendwann unseren Enkelkindern erzählen.

Harald G.: Wie würdet Ihr vom Stil her Eure Musik zutreffend bezeichnen? In Eurer Bandvorstellung ist ja beispielsweise von Psychedelic und von Funk Rock die Rede, obwohl ich meine, hin und wieder auch mal andere musikalische Einflüsse heraushören zu können…

Patrick: Diese Bezeichnung stammt noch aus unseren Anfangstagen. Wir haben uns ziemlich lange davor gedrückt, unsere Musik selbst einer Schublade zuzuordnen, uns aber dann irgendwann auf instrumentalen Space-Rock geeinigt. Experimentelle Rockmusik mit Einflüssen aus Progressive, Jazz, Post-Rock, Noise und jeder Menge Groove versehen. Funk wird natürlich auch großgeschrieben!

Harald G.: Wer von Euch spielt welche Instrumente und mit welchem technischen Equipment arbeitet Ihr im Proberaum bzw. im Studio?

Patrick: Hannes spielt ein PDP X7-Set und nutzt Meinl-Becken. Arne spielt einen 5-Saiter-Sandberg über einen Hartke-Amp. Hier kommen dann noch einige Pedals, z.B. der KMA Fuzzly Bear, ein EBS Octabass und ein Wah-Pedal, zum Einsatz. Ich spiele meist eine Fender Stratocaster, seltener eine Telecaster, über einen Fender Concert-Amp oder ein

Hughes&Kettner Statesman Dual Head plus 4x12 Box. Zudem nutze ich viele Pedals - und das schon seit unserer allerersten Jam-Session. Von verschiedenen Filtereffekten, drei Delays (die alle einen unterschiedlichen Zweck erfüllen) über einem Slicer ist da viel Spielzeug bei. Ich liebe Soundmanipulation, das gehört für mich zur Gitarre einfach dazu. Unsere Proben schneiden wir seit einiger Zeit mit einem Zoom H2n komplett mit - aus den improvisierten Jams setze ich dann die grundlegenden Ideen für unsere Songs zusammen.

Hypertonus-Tidal_Wave-Cover.jpgHarald G.: Euer Album mit dem Titel Tidal Wave erschien im März dieses Jahres. Wo kann man es sich anhören und bei Gefallen auch im digitalen Download oder auf physischem Tonträger erwerben?

Patrick: Das Album kann man sich auf unserer Bandcamp-Seite anhören, herunterladen und auch als CD bestellen. Alternativ gibt es das natürlich auf unseren Konzerten zu kaufen.

Harald G.: Ist das Euer „Erstlingswerk“ oder gab es vorher schon veröffentlichte Aufnahmen von Euch?

Patrick: Es ist unser Debütalbum. Wir haben 2013 bereits eine EP veröffentlicht, allerdings lediglich als Download. Dabei handelt es sich um Proberaumaufnahmen, die soundtechnisch keineswegs ausgereift sind. Das ist bei unserem Album deutlich anders - da steckt sowohl im Klang als auch im Artwork viel Arbeit und wir sind wahnsinnig stolz auf das Endergebnis.

Harald G.: Sehr interessant und bemerkenswert finde ich Euer neuestes Video, das man seit zwei Wochen neben einigen anderen Videos auf Eurem Kanal hypertonusmusic bei YouTube bewundern kann. Denn dieses Video hat etwas ganz Besonderes, und bestimmt möchtet Ihr unseren Lesern etwas mehr dazu sagen…

Patrick: Wir haben uns im April zwei Tage bei Timo Hollmann in den Harbor Inn Studios in Bremen eingeschlossen, um eine Live-Session aufzunehmen. Das Ganze ist mit einer 360°-Kamera aufgenommen worden. Man kann selbst per Kameraschwenk entscheiden, was man sich ansieht. Es gibt einen das Gefühl, genau in unserer Mitte zu stehen - das ist ein ziemlich tolles Feature, und an dieser Stelle nochmals vielen lieben Dank an Timo, der das Ganze mit uns auf die Beine gestellt hat. Neben dem Video zu 'Phantasmagoria' werden im Laufe des Jahres noch zwei weitere Videos erscheinen.

Harald G.: Wo im Internet kann man sonst noch Informationen zu Euch bekommen?

Patrick: Neben unserer Bandcamp-Seite und dem YouTube-Kanal sind wir noch auf Facebook (www.facebook.com/hypertonusband) und Instagram vertreten. Unsere Homepage ist gerade noch im Aufbau.

Harald G.: Meine nächste Frage bezieht sich auf das Thema Live-Auftritte, denn es gibt Euch jetzt ja schon seit geraumer Zeit. Habt Ihr Euch bisher auf Studio Sessions konzentriert oder wart Ihr auch schon mal Live auf der einen oder anderen Bühne zu sehen? Wenn nicht, wäre das eine Option für Euch, über diese Schiene weiter an Bekanntheitsgrad zu gewinnen?

Patrick: Wir sind seit 2012 auch live unterwegs. In diesem Jahr waren wir im Zuge der Veröffentlichung von 'Tidal Wave' eine Woche in Deutschland und in den Niederlanden unterwegs. Da waren dann für uns einige Highlights dabei. Wir haben im Vorprogramm von Mother's Cake, 1000Mods und Toundra gespielt - und das u.a. im Hamburger Hafenklang und im Molotow. Wir waren vorher schon häufiger selbst zu Konzerten dort und auf einmal steht man selbst dort oben! Für die zweite Jahreshälfte planen wir derzeit nochmal ein paar Termine. Wir lieben es, live zu spielen - man offenbart sich selbst und hat den direkten Kontakt zu den Besuchern.

Harald G.: Wie sehen Eure weiteren Zukunftspläne aus, denn ich bin mir sicher, dass wir noch oft etwas von Euch hören und auch sehen werden? Selbstverständlich werden wir in unserem Online-Magazin auch weiterhin gerne über Euch berichten…

Patrick: Das freut uns natürlich zu hören! Wir arbeiten gerade an neuem Material, um vielleicht im kommenden Jahr schon einen Nachfolger zu 'Tidal Wave' aufzunehmen. Weiterhin wollen wir uns natürlich so viel wie möglich live präsentieren und Konzerte spielen.

Harald G.: Meine vorletzte Frage bezieht sich auf das Thema Internet-Radio. Ich habe ja schon Stücke von Euch in meinen Programmen gesendet und einige meiner Kollegen ebenfalls. Würdet Ihr mir zustimmen, wenn ich sage, dass sich Internet-Radios immer größerer Beliebtheit erfreuen und ein wichtiges Sprungbrett für Künstler sein können, die sich mit ihren Werken nicht unbedingt an die breite Konsum-Masse richten? 

Patrick: Auf jeden Fall - es ist eine tolle und wichtige Sache, dass es Nischen-Radio im Internet gibt. Es ist ein guter Weg, als Zuhörer Bands kennenzulernen, auf die man sonst niemals gestoßen wäre - und so eben im Umkehrschluss auch als Band Zuhörer zu finden, die man sonst nicht hätte. Hier sind alle Beteiligten mit Herzblut bei der Sache.

Harald G.: Für heute möchte ich mich im Namen der Redaktion und im Namen unserer Leserschaft erst einmal dafür bedanken, dass Du Die die Zeit für dieses interessante Gespräch genommen hast und wünsche Euch für die Zukunft stets viel Erfolg und gutes Gelingen bei der Verwirklichung Eurer weiteren Pläne. Die letzten Worte mögen nun Dir gehören. Gibt es noch etwas, was Du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtet?

Patrick: Erstmal möchte ich mich natürlich bei Dir für das Interview und Deiner damit verbundenen Unterstützung danken - die Arbeit des gesamten Hippiesland-Teams ist fantastisch! Wir freuen uns sehr, dass wir ein Teil der Hippiesland-Gemeinschaft geworden sind. Ansonsten halten wir es wie Funkadelic - Free your mind and your ass will follow. Der Rest regelt sich von ganz allein.

Fotos: Toni Prommnitz