Hippiesland

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Das Interview mit Dirk Jan Müller von Electric Orange führte Harald G. aus dem Hippiesland am 30.06.16


Harald G: Heute haben wir in unserer Interview-Ecke eine Band zu Gast, die viele unserer Leser bestimmt schon einmal gehört oder auch auf der einen oder anderen Bühne gesehen haben. Ich freue mich, Electric Orange begrüßen zu dürfen und danke Euch, dass Ihr Euch die Zeit für unser kurzes Interview genommen habt. Fangen wir doch am besten gleich damit an, indem Ihr unseren Lesern eine kurze Vorstellungsrunde gebt - wie Ihr heißt, wo Ihr wohnt und was Ihr sonst noch so außer Musik macht...

Electric Orange: Die Band besteht aus Tom Rückwald (Bass), Georg Monheim (Drums), Dirk Bittner (Gitarre) und aus mir, Dirk Jan Müller (Synthesizer). Wir kommen alle aus Aachen und Umgebung, was auch Belgien mit einschließt, wo unser Bassist Tom wohnt. Neben der Musik arbeiten wir ganz normal als Erzieher, Rettungssanitäter und Systemtechniker. Viel Zeit für andere Hobbys bleibt da nicht, daher gibt es fast nur noch ein Hobby: Schallplatten sammeln wir alle.

Harald G.: Unseren fachkundigen Lesern interessiert es natürlich immer, mit welchem Equipment Ihr im Proberaum, im Aufnahmestudio und auf der Bühne arbeitet...

Electric Orange: Unser Proberaum ist auch gleichzeitig unser Aufnahmestudio, wo alle unsere Stücke entstehen, meist aus Improvisationen heraus, die wir alle auf 24 Spuren aufnehmen und später schneiden und bearbeiten.
Verwendet werden viele Geräte und Instrumente aus den 60er Jahren bis heute, Orgeln, (Modular-) Analogsynthesizer, Bandechos, Röhrenamps, Leslies. Selbst die Mikrofone sind teilweise uralt, nur aufgenommen wird digital.
Auf der Bühne ist das Equipment etwas moderner, insbesondere die Synthesizer, da unsere alten Schätzchen doch lieber den gemütlichen Proberaum bevorzugen.

Harald G.: Seit wann gibt es Electric Orange? - Denn es wäre bestimmt mal wissenswert, wie alles einst begann...  Habt Ihr von Anfang an in Eurer heutigen Besetzung gespielt oder sind im Laufe der Jahre Bandmitglieder ausgeschieden und andere dafür hinzugekommen?

Electric Orange: Electric Orange wurden 1992 von mir gegründet, Anfangs habe ich mit Gastmusikern gearbeitet. Dirk Bittner kam 1995 dazu, Tom Rückwald 1998 und Georg Monheim  2007. Dirk Bittner, Tom und Georg hatten bereits 1994-1996 zusammen in der Band Mental Rape gespielt.

Harald G.: Eure Werke klingen sehr psychedelisch mit einem nicht überhörbaren Krautrock-Einfluss der frühen 70er Jahre. Wie würdet Ihr Eure Musik vom Genre her selber zutreffend bezeichnen? Gibt es musikalische Vorbilder, die Ihr uns nennen könnt?

Electric Orange: Electronic-Psychedelic-Rock oder auch Krautrock sind passende Ausdrücke. Allein der Begriff Krautrock (früher ein Schimpfwort) umfaßt ja schon ein sehr breites stilistisches Spectrum, das sicher auch für uns gilt.
Musikalische Vorbilder kann man kaum nennen, wir alle hören sehr verschiedene Musik, haben aber schon eine gewisse Schnittmenge in dem Bereich, in dem wir auch musikalisch unterwegs sind.

Harald G.: Seit 1993 sind ja schon sehr viele Alben erschienen, die meines Wissens nach so ab der Jahrtausendwende von Eroc (Grobschnitt) gemastert wurden. Wir möchten sie natürlich hier jetzt nicht alle aufzählen, aber für die CD- und Plattensammler unter unseren Lesern wäre es doch interessant zu wissen, wo man physische Tonträger von Euch online bestellen oder auch vor Ort kaufen kann...

Electric Orange: Leider sind viele alte Alben nicht mehr erhältlich, höchstens über Discogs oder Ebay. Nach und nach werden immer wieder mal welche neu aufgelegt. Was momentan erhältlich ist, sieht man immer auf unserer Homepage. Einige Vinyls können über Adansonia Records bezogen werden, einige CD's über uns.

Harald G.: Und bestimmt kann man auch Tracks oder vielleicht sogar ganze Alben von Euch im Internet digital erwerben. Ich weiß, dass Ihr auf der Bandcamp-Seite von New Way Of Krautrock mit Eurem mehr als zehnminütigen Track „chorg“ vertreten seid, aber mit Sicherheit habt Ihr auch eine eigene Bandcamp-Seite, wo Ihr Eure Werke zum Download anbietet?

Electric Orange: Auf unserer eigenen Bandcamp Seite electricorange.bandcamp.com sind fast alle Alben digital zu erwerben. Aus rechtlichen Gründen fehlen dort die ersten 2 Alben. Dort könnt Ihr in alles reinhören und wenn es Euch gefällt auch kaufen. Die noch lieferbaren CD's sind dort auch zu erwerben.

Harald G.: Gibt es auch Videos, z.B. bei YouTube, die man sich von Euch anschauen kann?

Electric Orange: Auf unserem Kanal www.youtube.com/abgelaufen2001 gibt es ein paar Videos.

Harald G.: Ihr habt ja eben schon Eure eigene Homepage erwähnt. Gebt unseren Lesen doch bitte mal den Link zu ihr, denn ich denke, dort kann man sehr viel mehr über Euch nachlesen als wir hier in unserem Interview erörtern können...

Electric Orange: www.electric-orange.com. Viel zu lesen gibt es da leider nicht, aber viele Fotos aus den letzten 25 Jahren.

Harald G.: Nachdem unsere Leser nun alle wesentlichen Bezugs- und Informatiosquellen zu Euch und Eurer Musik wissen, lasst uns doch mal zu dem zweiten wichtigen Abschnitt in unserem Interview kommen, nämlich was Eure Live-Auftritte anbelangt. Gibt es besondere Highlights in Eurer Bühnengeschichte, an die Ihr Euch gerne zurück erinnert?

Electric Orange: Auftritte, an die ich gerne zurückdenke sind: Burg Herzberg 2007, Zappanale 2008, Roadburn 2012 und Würzburg 2015.
Auftritte von uns sind rar, meist nur so 2 - 6 pro Jahr, was uns aber völlig ausreicht. Die Hauptarbeit liegt auf den Studioplatten, das ist uns am wichtigsten.
Festivals sind uns eigentlich am liebsten, da man dort ein breiteres und auch größeres Publikum erreicht. Leider sind Clubgigs in dieser Musikrichtung meist nur schwach besucht und sind dann meist für Band und Veranstalter nicht sehr wirtschaftlich.

Harald G.: Es wird vielen bekannt sein, dass Ihr am 13.08.2016 beim Finkenbach Festival auftreten werdet. Habt Ihr für dieses Jahr noch weitere Gigs geplant?

Electric Orange: Im Juli sind wir noch in Siegen und Kopenhagen zu sehen und im November noch in Nürnberg und Würzburg.

Harald G.: Und wie sind Eure weiteren Zukunftspläne in Sachen Auftritte und vor allen Dingen auch in Bezug auf Album-Releases?

Electric Orange: Das neue Album „Misophonia“ ist gerade fertig geworden und erscheint Ende Juli. Wahrscheinlich kommt Ende 2016 auch noch eine Live-LP/CD und weitere Reissues von alten Scheiben auf Vinyl.

Harald G.: Eine Frage, die ich unseren Interview-Gästen immer gerne stelle: Es gibt ja auch Internet-Radiosender für Musik, wie Ihr sie macht und wie wir sie mögen. Werden schon mal Werke von Euch im Internet-Radio oder auch im herkömmlichen Rundfunk gesendet?  Und ab sofort werdet Ihr selbstverständlich auch im Sendestream des unserer Interessengemeinschaft angeschlossenen plattenkeller-radios zu hören sein...

Electric Orange: Regelmäßig laufen unsere Sachen bei Krautrock World und bei den Underground ÄxpÄrten. Weitere sind mir nicht bekannt. Im Öffentlich Rechtlichen sicher nicht.

Harald G.: Im Namen der Redaktion des Hippieslands und des plattenkeller-radios sowie im Namen aller Leser bedanke ich mich nachmals für dieses interessante Interview. Vielleicht sieht man sich mal bei einem Live-Auftritt, zu dem wir dann auch gerne einen Bericht schreiben werden, genauso wie wir natürlich auch eine Rezension veröffentlichen werden, sobald ein neues Album von Euch auf den Markt kommen wird. Aber genug damit von meiner Seite, denn die letzten Worte mögen Euch gehören. Gibt es noch etwas, was Ihr unserer Leserschaft mit auf den Weg geben möchtet? 

Electric Orange: Unterstützt den Underground, kauft bei den Bands oder bei den kleinen Labels und Mailorders direkt. Meidet die großen kommerziellen Anbieter, denn dort bekommt leider die Band am wenigsten ab.