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Das Interview mit Swedenborg Raum führte Harald G. aus dem Hippiesland am 15.03.16

Harald G.: Heute darf ich Swedenborg Raum in der Interview-Ecke des Hippieslands ganz herzlich begrüßen. Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass Ihr Euch die Zeit für unser Interview genommen habt und bitte Euch, unseren Lesern erst einmal eine kurze Vorstellungsrunde zu geben. Wie Ihr heisst, woher Ihr kommt und was Ihr sonst noch alles so außer Musik macht...

Flo: Manche gehen auch noch arbeiten, ihr Boys (und lacht dabei). Nee, ich heiße Flo, komme ursprünglich aus der Nähe von Würzburg, wohne gerade in Leipzig, wo ich auch im Supermarkt schaffe.

Ben: Ich heiße Brumme und spiele Bass (lacht ebenfalls). Den Wortwitz musste ich bringen. Jo ich bin der Ben, wohne in Halle, wo ich auch Geographie und Politikwissenschaft studiere. Neben dem Studium bin ich auch in der Hallenser Musikszene unterwegs und organisiere mit der Gross Art IG Konzerte in Halle.

Axel: Ich bin der Axel und bin gebürtiger Schkeuditzer. Ich habe den großen Vorteil, dass sich bei mir auch gleich der Proberaum und das Aufnahmestudio befindet. Ich arbeite in der Forstwirtschaft für den Zoo Leipzig neben der Musik.

Harald G.: Was unsere Leser immer besonders interessiert: Wer von Euch spielt welche Instrumente, und mit welchem Equipment tretet Ihr auf der Bühne auf?

Flo: Ich spiele eine PRS-Gitarre über einen Marshall JVM Head und 4x12er Box. Ich spiele sowohl über digitale als auch analoge Effektgeräte. Das ermöglicht mir zum Beispiel das Loopen einzelner Gitarrenspuren. Ab und zu benutze ich auch einen E-Bow und Bottlenecks zum spielen einzelner Melodien.

Axel: Ich bin der Schlagzeuger der Band und spiele ein Ludwig Drum Set der Led Zeppelin Serie. Das Set bietet sich meiner Meinung nach ganz gut für die Musikrichtung an. Wie bei Led Zeppelin sind die Kesselgrößen ziemlich groß (13“;16“ und 18 Zoll) und Kick Drum ziemlich tief bei einer 26 Zoll Größe.
Das Holz ist aus Wacholder-Mahagoni, aber keine Marmelade (lacht).

Ben: Jaja Axel und sein Traktor.

Axel: (lacht)… Ach hör doch auf. Da gehören demnächst Reifen dran.

Ben: (schmunzelt)… Die tiefen Kesselgrößen unterstützen natürlich den Gesamtsound und bieten für mich als Basser ein gutes Fundament, da Flo und ich auf Drop C spielen. Da lohnt es sich für mich mit einem Ibanez Fünf-Saiter natürlich nicht, noch weiter als unter dem tiefen C herum zu grooven. Die B Saite ist dafür meine höchste Saite, die ich als gelernter Gitarrist für Powerchords auf den letzten 3 Saiten benutze. Daher rührt auch das Gitarrentopteil ein Hughes & Kettner 100W Tube Amp mit 4 Kanälen, den ich für den Bass modifiziert habe. Der angezerrte Sound wird so maßgeblich von den Röhren erzeugt und kommt nicht von einer Tretmine. Damit da auch die Bassfrequenzen heraus kommen, wie sie es sollen, spiele ich von Jakob Hirschfelder eine 2x10er plus 1x15er Box, die er für mich in Halle maßgefertigt gebaut hat. Von den Effektgeräten bin ich Fan von EHX und spiele häufig über den Phaser des Astrospurts von KMA, einer kleinen Effekt Manufaktur aus Berlin.

Harald G.: Wann habt Ihr Euch gegründet, wie habt Ihr zueinander gefunden und wie kam es zu dem Namen Swedenborg Raum?

Axel: Ich hatte Ben bei einem Projekt 2010 kennen gelernt...

Ben: …Und ich Flo dann auf dem Campus auf seine vielen Festivalbändchen angesprochen. Gemeinsam haben wir dann im Sommer 2011 das erste mal gejamt.

Axel: Die Jams waren ganz vielversprechend, sodass wir angefangen haben gemeinsame Lieder zu schreiben. Bevor wir das erste mal aufgetreten sind, haben wir angefangen das Material aufzunehmen. Das war dann der Startschuss der Band, aber wir hatten noch keinen Namen.

Flo: Wir hatten uns dann über den Namen und die Ausrichtung Gedanken gemacht. Wir wollten halt nicht so randommäßig einen Namen besetzen und das Klischee erfüllen, sondern einen Namen nehmen, der noch nicht besetzt ist. Der Begriff hat ja eine feste Bedeutung, aber den meisten Leuten wird dies erstmal nix sagen. 

Ben: Außerdem waren wir ja am Anfang nur instrumental unterwegs. Aus den Aufnahmen Anfang 2012 ist die erste Platte entstanden, die Self-Titled EP: "Swedenborg Raum". Laut den Vorstellungen von Emanuel Swedenborg, einem schwedischen Philosoph, Naturwissenschaftler und spiritistischem Theosoph des 18. Jahrhunderts, befinden sich im Swedenborg Raum Geister und Dämonen. Diese beeinflussen die Seele beim Übertritt vom Diesseits ins Jenseits. Dieser Kampf zwischen guten Geistern und bösen Dämonen spiegelt sich in der Musik wieder, indem wir spacig psychedelische Melodieparts und harten Stoner oder Doom Riffs gegenüber stellen. Im Grunde ist es dann am Zuhörer gelegen, für welche Seite er sich hingibt - dem Guten oder dem Bösen...?

Flo: Wir sind beim gemeinsamen Schauen der experimentellen Serie "Geister" von Lars von Trier auf den Swedenborg Raum gekommen. Das ist eine dänische Krankenhaus Serie mit Horror und Comedy Elementen aus den frühen 90er Jahren.

Axel: Jo und spielt im Rigshospitalen Kopenhagen, vor dem wir schon mal auf Tour standen. Auf dänisch heißt die Serie deswegen auch Riget.

Harald G.: Spieltet Ihr von Anfang an in dieser Besetzung oder sind im Laufe der Zeit Bandmitglieder ausgeschieden und dafür andere hinzugekommen?

Ben: Also die Besetzung hat sich seitdem nicht geändert, dafür passen wir zu gut zusammen - wir sind alle 27 Jahre alt und sind sogar fast gleich groß, hören ähnliche Musik, kamen aber aus unterschiedlichen vorherigen Bandprojekten.

Flo: Anfangs hatten wir auch einen SängerIn gesucht, aber dann gemerkt, dass es instrumental zu dritt auch ganz gut passt. Nur irgendwie hat live das gewisse Etwas gefehlt.

Axel: Durch den Freundeskreis in Leipzig lernte ich Peter (Petro Steigolino) kennen. Da er mir durch seine künstlerischen Sachen aufgefallen war und auch ein bekannter Künstler in Leipzig war, fragte ich, ihn ob er nicht mal Lust hätte bei unseren Auftritten live auf der Bühne zu malen. Daraufhin stand er bei fast allen Gigs bis letztes Jahr mit uns gemeinsam auf der Bühne. Dabei entstand immer wieder eine einzigartige Fusion aus Kunst und Musik. Leider findet er nicht mehr die Zeit um bei uns mitzureisen und stieg deswegen aus. Es gibt ein ganz cooles Live-Video aus Brüssel auf YouTube, wo man die gemeinsame Performance mal sehen kann. (http://www.youtube.com/watch?v=nBEwHRgo3vs)

Ben: Wir stehen zwar als Band im Vordergrund, aber viele unserer Gigs wären nicht durch die Arbeit von Paul möglich gewesen, der uns die Auftritte bucht und den Merchstand betreut. Er bucht inzwischen nicht nur uns, sondern auch Bands wie z.B. Trecker, Monolith, Deville, Atomic Vulture mit seiner kürzlich gegründeten Booking Agentur Jackalope ANM.

Harald G.: Wie würdet Ihr vom Genre her Eure Musik bezeichnen?

Flo: Puh.. Auf Facebook steht zumindestens als Genre Progressive Psychedelic Rock.

Axel: Obwohl eigentlich Stoner Rock auch mit rein müsste - nur ‘ne klassische Stoner Band sind wir ja nun auch nicht.

Ben: Naja wir sind auch auf dem Sampler New Way of Krautrock mit dabei. Also für mich ist es vielleicht die Bezeichnung, die uns am treffensten bezeichnet.

Flo: Die Genregrenzen sind ja fließend und wir bewegen uns da frei zwischen den einzelnen Genres, versuchen innovativ Stile auch zu verbinden. Da kommen dann Elemente aus anderen Genres immer mal zum Tragen innerhalb eines Songs.

Ben: Wo andere eine Schublade zur Verfügung haben steht uns ein ganzer Schrank offen. Musik muss man ja nicht so eindimensional hören, denken oder spielen.

Harald G.: Ihr hattet ja schon zahlreiche Gigs. Gibt es in Eurer Bühnengeschichte Auftritte, an die Ihr Euch besonders gerne zurück erinnert?

Flo: In Zagreb auf der ersten Tour 2013 war es ziemlich geil, da konnte ich auf Roland R2001 Tape Delay spielen von Lizard Exist. Wir waren da als fast unbekannte Band vor über 200 Leuten aufgetreten im AKC Medica, einem Squat in Zagreb.

Axel: Der Abend letztes Jahr in der Moritzbastei Leipzig mit The Midnight Ghost Train und Greenleaf war für mich persönlich ein cooler Gig und ein sehr abenteuerlicher Abend zugleich. Viele Grüße da nochmal an dieser Stelle an die Leipziger Polizei.

Ben: Für mich waren der Gig in Christiania in Kopenhagen und in Emmetten in der Schweiz zwei sehr schöne Erlebnisse. In Kopenhagen ist kurzfristig auf der Tour 2014 ein Gig von uns ausgefallen. Wir waren dann in Christiania und haben spontan einen Gig open air auf dem Gelände gespielt. Das war der erste warme Tag des Jahres Anfang April mit knapp 20°C. Wir hatten schnell eine Kabeltrommel ins Freie gelegt und nur instrumental in die Nachmittags/Abendsonne gespielt. Als Bezahlung gabs Freibier und Joints - die King Size… (alle grinsen in der Runde).

Ja und in der Schweiz haben wir auf einer Hütte auf 1500m Seehöhe mit Blick auf den Vierwaldstätter See gespielt. Vom landschaftlichen her war das natürlich überragend.  

Harald G.: Und was habt Ihr in naher oder mittlerer Zukunft an Auftritten geplant?

Axel: Baumarktseinweihungen, Supermarkteröffnungen, ja und Dorffeste nicht zu vergessen. … (alle Lachen in der Runde).  Am 22. April haben wir unseren Record Release in Halle, darauf folgend am 23. April in Leipzig gemeinsam mit den Spacelords und Samavayo.

Ben: Dann geht es auf Tour mit den feststehenden Konzerten am 07.05. in Wien, 
08.05. Dresden, 10.05. Berlin, 11.05. Magdeburg, 12.05. Siegen, 13.05. Passau und am 14.05. in Karlsruhe

Flo: Es sind noch weitere Konzerte geplant. Die erfahrt Ihr dann im Eventkalender.

Harald G.: Genau, denn wie die inzwischen weit über 600 Mitglieder und Bands im Hippiesland es erwarten, werden Eure bevorstehenden Gigs immer rechtzeitig in unserem Eventkalender bekannt gegeben. Können wir darauf hoffen, Euch auch mal bei einem der bekannterern Open-Air-Festivals zu sehen?

Flo: Die Hoffnung stirbt zuletzt (und grinst)

Ben: Dieses Jahr wird’s wahrscheinlich eher nix werden. Wir sind zwar als Gäste auf dem Freak Valley oder dem Stoned from the Underground, aber bisher kam keine Antwort der größeren Open Air Veranstalter zurück. Ich glaube, da fragst du uns ein Jahr zu früh. Wir müssen uns dafür noch mehr etablieren, bevor wir die größeren Open Airs spielen können.

Axel: Kleinere Festivals rocken aber auch!

Flo: Die Veranstalter können uns auf jeden Fall immer anschreiben.

Harald G.: Musik kann man sich von Euch im Internet herunterladen und physikalische Tonträger gibt es von Euch im Handel. Demnächst erscheint Euer erstes Full Length Album. Ist der Erscheinungstermin schon bekannt und unter welchem Label wird es veröffentlicht? Nennt unseren Lesern doch mal die Bezugsquellen...

Axel: Also auf Bandcamp und unserer Homepage gibt es sowohl noch die EP "Swedenborg Raum" als auch die am 22.04. erscheinende Platte "In Between". Man kann sich da die Musik auf CD, Vinyl bzw. als digitalen Download kaufen.

Ben: "In Between" erscheint als Gemeinschaftsproduktion von Tonzonen und Setalight Records und kann sich auf deren Homepages bestellt werden. Natürlich gehen auch Platten an Händler. Außerdem kann man jeden lokalen Plattenhändler fragen, ob man sie bestellen kann. Durch die Listung bei Clearspot ist dies möglich.

Flo: Außerdem erscheinen die beiden Alben am  22.04. auch digital bei wie z.B. itunes, spotify, deezer und anderen digitalen Streaming-Diensten.

Ben: Hier nochmal die Linkübersicht:
www.swedenborgraum.bandcamp.com
www.swedenborgraum.de
www.setalight.com
www.tonzonen.de

Album Teaser zum kurzen reinhören:
https://www.youtube.com/watch?v=kyBvSlxUjN4

Oder auf Soundcloud:
www.soundcloud.com/swedenborg-raum

Harald G.: Eure Homepage www.swedenborgraum.de, auf der man wirklich alles finden kann - z.B. auch die von Euch schon erwähnten Links zu Bandcamp, Soundcloud und YouTube - habt Ihr uns ja eben schon genannt, sodass sich eigentlich alle weiteren Fragen damit erübrigen.
Aber eine Frage hätte ich trotzdem noch: Es gibt ja Internet-Radios, in denen auch Musik zu hören ist, wie Ihr sie macht und wie wir sie mögen. Wurde von Euch schon einmal irgendwo etwas gesendet, und liegt es generell in Eurem Interesse, auch über diese Schiene weiter an Bekanntheit zu gewinnen? Und die Freunde von hippiesland.de wissen ja schon, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Plattenkeller-Radio eine Sendereihe machen, die noch über einen längeren Zeitraum hinweg laufen wird und in der mehrmals wöchentlich die Bands zu hören sind, die von uns interviewt wurden...

Flo: Primär ist es immer schwierig im Radio zu landen, gerade wenn man keine 3min Popsongs vorweisen kann. Dennoch waren wir schon zu Gast bei Radio Meißner und Radio Corax. Ebenso im dänischen und slowenischen Radio. Geplant ist, dass unsere Musik auf vielen Känälen zum neuen Album vorgestellt wird. Gerne auch im Plattenkeller-Radio.

Axel: Zudem laufen wir noch in einigen Playlists im Netz wie Stonwreck 420, im chilenischen Internetradio Codigo, in einem polnischen Internetradio und bald auch weiteren Stationen im Netz und auf FM in Deutschland und weltweit. Doch natürlich beschränkt sich das auf die Alternativen, die Freien oder Internet-Radios, die auch die Zeit haben, einen 6 oder 10 minütigen Song von uns im Radio zu spielen.

Ben: Ich glaube, dass das klassische “Pop Radio“ immer mehr an Einfluss verliert. Dennoch ist das Medium Radio nicht tot. Im Gegenteil, gerade die kleinen Radios bringen eine Vielfalt zum Ausdruck, die dem normalen „Pop“ Einheitsbrei vieler Radiostationen um Längen voraus ist. Damit wird dann meist kein bzw. wenig Geld verdient, dafür merkt man das Herzblut und die Überzeugung der Radiomacher. Deswegen ist es auch weiterhin immer für eine Band attraktiv im Radio zu landen, genauso auch als Zuhörer seine kleine aber feine Radiostation zu finden, zu hören und zu unterstützen.

Harald G.: Im Namen der Hippiesland-Interessengemeinschaft und in Namen aller Leser bedanke ich mich nochmals für dieses sehr aufschlussreiche Interview. Ich wünsche Euch für Eure Zukunft sehr viel Erfolg. Die letzten Worte mögen Euch gehören! Gibt es noch etwas, was Ihr unserer Leserschaft mitteilen möchtet?

Swedenborg Raum: Vielen Dank für das Interview. Man sieht sich sicherlich auf dem ein oder anderen Gig von uns. Bis dahin.

Axel, Ben und Flo von Swedenborg Raum.